Investor übernimmt Emder Nordseewerke mit 65 Mitarbeitern

Ein Hamburger Finanzinvestor übernimmt die Emder Nordseewerke. 65 der 180 Mitarbeiter haben nun ab morgen in Papenburg und Emden Arbeit.

Nachdem das Emder Traditionsunternehmen, das sich zuletzt erfolglos in der Offshore-Branche versuchte, Ende Mai einen Insolvenzantrag stellte (wir berichteten), wurde heute eine Lösung für den Verbleib der Nordseewerke präsentiert. Nach einer Verschiebung wurde diese heute um 19.30 Uhr den 180 Mitarbeitern in einer Betriebsversammlung im Beisein von Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies und Investor Patrick Hennings-Huep mitgeteilt.

Norwegian Escape Meyer Werft-0082

Olaf Lies und Patrick Hennings-Huep

Der Kaufvertrag wurde bis in den letzten Minuten ausgehandelt: Die Hamburger Holding Beaufort Capital GmbH übernimmt 65 der Mitarbeiter und führt die Werft unter dem Namen „Nordseewerke Emden Shipyard GmbH“ weiter. Das neugegründete Unternehmen wird sich auf den Bau von Schiffssegmenten und komplexen Stahlstrukturen spezialisieren. 51 Mitarbeiter solllen vorerst ab morgen in Papenburg bei der Meyer Werft beschäftigt werden. Weitere 14 sollen bei den Emder Werft- und Dockbetrieben arbeiten.

Beaufort Capital GmbH bzw. Seafort Advisors ist bereits Eigner der Emder Werft und Dockbetriebe, die ebenfalls auf dem Gelände der Nordseewerke ansässig sind und sich auf Schiffsreperaturen spezialisiert haben.

Ein Großteil der Mitarbeiter soll nun jedoch vorerst in eine Transfergesellschaft wechseln – Mit der Perspektive eines Tages wieder für die Nordseewerke zu arbeiten.

„Wir versuchen das beste drauß zu machen“

Michael Hehemann, IG Metall

Die Emder Nordseewerke war die größte und wohl bekannteste Schiffswerft in Emden. In Spitzenzeiten beschäftigte sie mehr als 6000 Werktätige. Ihre wechselvolle Schiffsbaugeschichte begann im Jahre 1903 und endete 2009 mit dem letzten Stapellauf der Frisia Cottbus. In der nahen Vergangenheit liegen nach Übernahmen durch Siag und die DSD Steel Group aus Saarlouis zwei Insolvenzen.

Archivbild: Portalkran der Nordseewerke