Frachter rammt Friesenbrücke in Weener – Millionenschaden entstanden

Die „Emsmoon“ fuhr am Donnerstagabend in voller Fahrt gegen die wohl nicht geöffnete Friesenbrücke. Diese wurde stark beschädigt und ein Schaden in Millionenhöhe entstand. Das historische Brücke muss durch einen Neubau ersetzt werden. Die Ems wurde zwischenzeitlich für den Schiffsverkehr gesperrt, die Zugstrecke ist für Jahre nicht mehr befahrbar.

Die zerstörte Brücke am Freitagmorgen. Bild: Alexander Mak

Die zerstörte Brücke am Freitagmorgen. Bild: Alexander Makdissi

WEENER. Am Donnerstagabend, den 03.Dezember, gegen 18.20 Uhr war das 112 m lange Frachtschiff mit Lotse emsabwärts unterwegs, das Mittelteil der Klappbrücke war jedoch noch zu. Durch die folgende Kollision wurde das Mittelteil der Brücke im Bereich des Klappmechanismus komplett zerstört und ist teilweise abgerissen. Ein Großteil der Brücke verschob sich zudem um mehrere Meter. Verletzte gab es nicht. Ersten Vermutungen der Wasserschutzpolizei zu Folge könnte die Absprache zwischen der Schiffsbesatzung und Brückenmitarbeitern falsch gelaufen sein. Die „Emsmoon“, ein Schiff einer Papenburger Reederei, wurde wenig später mit Schlepperhilfe nach Papenburg geschleppt, wo die Crew vernommen wird. Die Ermittlungen laufen an.

Die Bahnstrecke zwischen Leer und Groningen, betrieben von der britischen Bahntochter „arriva“, ist nun auf der über 300 m langen Brücke wahrscheinlich für Jahre nicht mehr befahrbar. Busse fahren als Ersatz. Auch wird überlegt, für Fahrradfahrer und Füßganger, die die Friesenbrücke ebenfalls nutzten, nun eine Fähre einzusetzen.

Die Schifffahrt auf der Ems war komplett gesperrt, wurde aber bereits für die Binnenschifffahrt wieder freigegeben. Das beschädigte Brückenteil soll, wenn es noch stabil genug ist, per Schwimmteil ausgehoben werden oder muss vielleicht sogar abgeschweißt werden um die Durchfahrt wieder komplett zu ermöglichen.

Die Frisenbrücke gilt als deutschlands längste Eisenbahnklappbrücke. Bild: Alexander Mak

Die Frisenbrücke gilt als deutschlands längste Eisenbahnklappbrücke. Bild: Alexander Makdissi

Es bahnt sich ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe an: Untersuchungen zu Folge sei die 1926 gebaute Brücke irreparabel beschädigt und kann nicht mehr instandgesetzt werden. Ein Neubau ist teuer und wird Jahre dauern.

Für die Emsüberführungen der Meyer Werft-Neubauten muss ein Teil der Friesenbrücke immer per Schwimmkran rausgehoben werden, da die Kreuzfahrtgiganten breiter sind als die normale Brückenöffnung. Im März 2016 steht die Passage der „Ovation of the Seas“ auf dem Programm, sodass das Öffnen bis dahin wieder gewährleistet sein sollte.