Emder Nordseewerke stellt Insolvenzantrag

Da dem Offshore- Zulieferer in Folge fehlender Aufträge erneut die Zahlungsunfähigkeit droht, meldete das Unternehmen heute Insolvenz beim Amtsgericht Aurich an. Der Oberbürgermeister der Stadt Emden und der niedersächsische Wirtschaftsminister wurden vorher nicht infomiert.

Archivfoto: Nordseewerke Emden mit großen Offshore Tripoden

Archivfoto: Nordseewerke Emden mit großen Offshore Tripoden

EMDEN. Aus der 1903 gegründeten Traditionswerft entstanden im Jahr 2010 zum einen die von Siag Stahl übernommene Nordseewerke, die sich auf den Bau von Windkraftteilen spezialisierte sowie die jetzige Emder Werft und Dock GmbH. Schon im Jahr 2013 übernahm die DSD Steel Group aus dem Saarland, aufgrund der Siag-Insolvenz, jedoch den Teil auf dem zuletzt Gründungselemente für den Bau von Offshore-Windkraftanlagen gefertigt wurden. Doch auch dies brachte keinen Erfolg sodass jetzt zum wiederholten Male Insolvenz angemeldet werden musste. Der Verbleib der 188 betroffenen Mitarbeiter, von denen 80 Prozent ohnehin in Kurzarbeit beschäftigt sind, ist noch unklar. Weder der Betriebsleiter Thomas Preus, der Oberbürgermeister der Stadt Emden Bernd Bornemann oder der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies wurden vorher von der Geschäfstführung der DSD Steel Group informiert. Der Oberbürgermeister sowie der Wirtschaftsminister erfuhren die Nachricht heute Morgen erst in den Medien, was diese sehr entäuschte.

Die im Februar diesen Jahres vom Hamburger Finanzinvestor Seafort Advisors übernommene Emder Werft und Dock GmbH, die sich auf die Schiffsreperatur spezialisiert hat, bleibt weiterhin bestehen. Laut Gerüchten steht sie zudem erneut vor einem großen Auftrag.


Über die Nordseewerke:

Das Ende einer Traditionswerft
Die Emder Nordseewerke war die größte und wohl bekannteste Schiffswerft in Emden. In Spitzenzeiten beschäftigte sie mehr als 6000 Arbeiter. Schon von weit vor der Stadt kann man den großen orangen Portalkran sehen. Ihre wechselvolle Geschichte begann im Jahre 1903. Bis ins Jahr 2009 wurden hier pausenlos Schiffe gebaut.

Das letzte, die Frisia Cottbus, lief am 11.Dezember 2009 vom Stapel. Etwa 2000 Menschen standen damals am Helling und waren traurig und hatten kein Verständnis, dass der Schiffbau in Emden ein Ende hat. Allerdings gab es auch Hoffnung, dass durch die Übernahme von SIAG der Neuanfang glückt. Dies gelang jedoch nicht.