Neuer Antrieb: Katamaran MS „Nordlicht“ nach Werftaufenthalt wieder in Emden

Mit Rolls-Royce nach Borkum: Der Katamaran MS „Nordlicht“ der Reederei AG EMS ist heute von ihrem Werftaufenthalt an der Weser wieder zurückgekehrt und hat nun mit neuen Waterjets den Fährbetrieb von Emden aus wieder aufgenommen.

Die Nordlicht heute Morgen auf dem Dollart auf dem Weg von Blumenthal nach Emden.

EMDEN. Bei einem zweiwöchigem Werftaufenthalt wurde der Antrieb des Katamarans erneuert. Dieser war bereits 27 Jahre alt und habe in dieser Zeit 45.000 Betriebsstunden und rund 1 Mio. Seemeilen Laufleistung absolviert. Die neuen Waterjets des Herstellers Rolly-Royce können um bis zu 23% effizienter betrieben werden. Weiterhin bieten sie Vorteile im Hinblick auf Gewicht, Schwerpunkt, Wartungsfreundlichkeit und Manövriersicherheit.

„Dabei legten Werft und Motorenhersteller eine Punktlandung hin“, verrät Claus Hirsch, Technischer Inspektor der AG „EMS“.

Um die logistische Meisterleistung zu erreichen, haben Mitarbeiter der Fassmer Werft in Berne und des Lieferanten Rolls Royce 13 Tage in Schichten gearbeitet, um die Jetanlage zu tauschen. Unterstützt wurden sie dabei von Kapitän Tjark Beckmann, Ingenieur Gerd Schepers und Bootsmann Heinz Eden.

Um die verbauten Jets aus ersetzen zu können, musste zunächst ein 1,5 x 1,5 m großer Bereich aufwendig aus dem Aluminium herausgeschweißt werden. Danach wurden die alten Jetanlagen mittels eines Krans herausgehoben und durch neue „Waterjet S63-4“ von je 1,5 t ersetzt. Insbesondere das Ausrichten der Waterjets war eine Herausforderung, da diese bis auf 0,05 Grad genau eingemessen werden.

Jet-Antrieb im Detail / Foto: AG Ems

Aber auch Kapitän Beckmann zeigt sich sehr erfreut, denn die neuen Jets übertreffen die Erwartungen: „Wir haben kaum noch Vibrationen und die Manövrierfähigkeit hat sich positiv verbessert.“

Weitere Vorteile sind, dass keine Hydraulik mehr außerhalb des Schiffes eingesetzt wird, das Modell 10% leichter ist als das Vorgängermodell und das die Jets Wartungsfreundlicher sind. Die neuen Jets befördern rund 5.000 Liter Wasser pro Sekunde und benötigen dafür 2.380 PS, diese beschleunigen das Schnellschiff auf eine Reisegeschwindigkeit von 35 Knoten.

Rund 500.000 Euro investierte die Reederei in den Umbau. Während in dieser Zeit ein geänderter Fahrplan galt, hat die „Nordlicht“ heute Vormittag wieder ihren regulären Betrieb aufgenommen.

Die MS „Nordlicht“ ist mit einer Länge von 36,10 Metern, einer Breite von 9,44 Metern und einem Tiefgang von nur 1,55 Metern vermessen. Das 1989 gebaute Schiff bietet 272 Passagieren Platz.