Emder Hafen

Der Emder Hafen ist der westlichste Seehafen Deutschlands. Hauptumschlagsprodukte sind Kraftfahrzeuge, Forstprodukte und Windkraftanlagen. Im Umschlag von Kraftfahrzeugen liegt er, nicht zuletzt da Volkswagen in Emden einen Standort bereibt, auf Platz 3 in Europa. Auch wurden hier bis 2013, die auf der Meyer Werft gebauten Kreuzfahrtschiffe von AIDA Cruises endausgerüstet. Außerdem startet ab Emden die Fähre nach Borkum. Betreiber des Hafens ist Niedersachsen Ports.


Volkswagenwerk Emden:
Seit dem Jahr 1964 werden im Emder VW Werk Fahrzeuge hergestellt. Aktuell werden hier Passats für die ganze Welt gebaut. Das Werk beschäftigt ca. 7600 Mitarbeiter. Im Jahr werden im Emder Hafen mehr als 1 Millionen Autos verschifft. Damit liegt er auf Platz 3 im Umschlag von PKW’s in Europa hinter Zeebrügge und Bremerhaven. 13 RoRo (Roll on-Roll off) Liegeplätze stehen zur Verfügung an denen Autotransporter mit bis zu 200 m Länge festmachen können. Oft laufen diese Riesen mehrmals täglich den Emder Hafen an.

Zwei KESS-Autotransporter treffen sich im Emder Hafen.


Borkumanleger:
Mit den weißen Fähren und dem Katamaran „Nordlicht“ befördert die AG Ems jährlich ca. 600.000 Passagiere von Emden aus auf die Nordseeinsel Borkum. Die Borkumfähre MS „Ostfrisland“ ist die erste auf LNG umgerüstete Fähre Deutschalnds. Etwa 2 Stunden beträgt die Fahrzeit mit der Fähre ab Emden/Außenhafen. Auch kann man sich im Restaurant ,,Fährhaus´´ vor der Fahrt noch einmal Stärken.


Emder Westmole

Westmole:
Das 1901 gebaute Westmolenfeuer markiert bis heute die Einfahrt in den Emder Hafen. Im laufe der Zeit entwickelte sich der 9,3 m hohe Leuchtturm zum Emder Wahrzeichen. 1944 wurde er für eine freie Schussbahn im Krieg vollständig abgebaut. Zwei Jahre später wurde er allerdings vollständig wieder aufgebaut. Jahrelang war er auch öffentlich zugänglich und so ein beliebtes Ausflugsziel doch der Zugang wurde verweigert, da der knallrote Turm auf dem Gelände der Volkswagen AG steht.


Große Seeschleuse / Nesserlander Schleuse:
Im Emder Hafen gibt es zwei Schleusen, die die Ein- bzw. Ausfahrt in den Binnenhafen ermöglichen. Die Nesserlander Schleuse wird im Moment allerdings grunderneuert und ist außer Betrieb. Die große Seeschleuse ist somit im Dauereinsatz. Sie wurde bereits im Jahr 1913 fertiggestellt, feierte 2013 ihr 100 jähriges Bestehen und ist ganze 260 m lang sowie 40 m breit. Bei ihrer Fertigstellung galt sie mit diesen Maßen zu den größten Seeschleusen weltweit.


Delft / Alter Binnenhafen:
Im Delft und im Alten Binnenhafen haben vor allen Dingen Museumsschiffe ihren Liegeplatz. Das ehemalige Feuerschiff Amrumbank/Deutsche Bucht sowie der Seenotrettungskreuzer Georg Breusing (Foto) können besichtigt werden. Auch startet hier die Hafenrundfahrt der AG Ems. Während der Emder Matjestage wird er von vielen Sportbooten besucht und viele Buden und Karussels sind dort zu finden; Während der Emder Hafenmeile wird das große Sparkassen-Drachenbootrennen im Alten Binnenhafen ausgetragen. Von hier aus ist sowohl der Emder Hafen als auch die Emder Kanäle und der Ems-Jade kanal erreichbar. Ein Spaziergang einmal um den Delft lohnt sich.


Nordseewerke:
Das Ende einer Traditionswerft
Die Emder Nordseewerke war die größte und wohl bekannteste Schiffswerft in Emden. In Spitzenzeiten beschäftigte sie mehr als 6000 Arbeiter. Schon von weit vor der Stadt kann man den großen orangen Portalkran sehen. Ihre wechselvolle Geschichte begann im Jahre 1903. Bis ins Jahr 2009 wurden hier pausenlos Schiffe gebaut.
Das letzte, die Frisia Cottbus, lief am 11.Dezember 2009 vom Stapel. Etwa 2000 Menschen standen damals am Helling und waren einerseits traurig und hatten kein Verständnis, dass der Schiffbau in Emden ein Ende hat, allerdings gab es auch Hoffnung, dass durch die Übernahme von SIAG der Neuanfang glückt. Dies gelang nicht wirklich.

Die Geschichte der Werft:
Die Geschichte der Werft:
– 1903 Gründung der Nordseewerke. Emder Werft und Dock AG durch rheinisch- westfälische Unternehmer.
– 1911 Eingliederung in die deutsch-luxemburgische Bergwerks- und Hütten-AG, Bochum
– 1926 Eingliederung in die Vereinigte Stahlwerke AG, Düsseldorf
– 1934 Betriebsgesellschaft der Vereinigte Stahlwerke AG, Essen, unter dem Namen Nordseewerke Emden GmbH
– 1952 Tochtergesellschaft der Rheinstahl Union Maschinen- und Stahlbau AG, Düsseldorf
– 1957 Tochtergesellschaft der Rheinischen Stahlwerke, Essen, der späteren Rheinstahl AG, als Rheinstahl Nordseewerke GmbH
– 1964 Übernahme der Rheinstahl-AG durch die Thyssen AG
– 1976 Neuer Name: Thyssen Nordseewerke GmbH
– 2005 Thyssen-Werften in Emden, Hamburg und Kiel werden unter Thyssen Marine Systems geführt
– 2009 Ende des Schiffsbau auf der Nordseewerke, Übernahme durch SIAG, Bau von Stahlkomponenten für die Offshore- Industrie sowie Gründung der Firmen: Emder Werft und Dockbetriebe und Blohm und Voss Naval (Marine-Überwasser-Konstruktion)
– 2013 Übernahme der DSD Steel Group, Saarlouis. Neuer Name: Nordseewerke GmbH
– 2015 Übernahme der Werft und Dockbetriebe durch Seafort Advisors (neuer Name: Emder Werft- und Dock-GmbH)
– 2015 Insolvenz der Nordseewerke GmbH
– 2015 Übernahme durch Seafort Advisors (Hamburg) – Neuer Name: Nordseewerke Emden Shipyard GmbH